Gerhard Krippner
Dipl. -Betriebswirt (FH) • Wirtschaftsprüfer • Steuerberater

 

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Recht / Zivilrecht 
Mittwoch, 08.04.2020

Vermieter muss Haltung eines zweiten Hundes in kleiner Wohnung nicht zustimmen

Ein Vermieter ist nicht grundsätzlich verpflichtet, der Haltung eines zweiten Hundes in der Wohnung zuzustimmen. Er ist berechtigt, die Genehmigung zu verweigern, wenn es zu einer stärkeren Beeinträchtigung kommt und die Wohnung für zwei Hunde zu klein ist. So entschied das Landgericht Berlin (Az. 66 S 310/19).

Die Mieterin einer etwa 50 qm großen Wohnung hielt eine zehn Jahre alte Mischlingshündin mit einer Höhe von 50 cm. Der Hundehaltung hatte der Vermieter zugestimmt. Da der Hund krank war und bald versterben konnte, wollte die Mieterin einen zweiten Hund kaufen. Sie bat den Vermieter um Zustimmung zu der weiteren Hundehaltung. Die Mieterin hatte bereits aus dem Tierheim einen Mischlingshund mit einer Höhe von 60 cm ausgesucht. Der Vermieter verweigerte aber mit Hinweis auf die mietvertragliche Tierhaltungsklausel die Genehmigung zur weiteren Hundehaltung.

Das Gericht war der Auffassung, der Mieterin stehe kein Anspruch auf die weitere Hundehaltung zu. Zwar gehöre die Haltung eines Hundes grundsätzlich zum vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache. Vorliegend gehe es aber nicht um die Gestattung der Haltung eines Hundes, sondern eines weiteren Hundes. Dabei stehe dem Vermieter ein größerer Entscheidungsspielraum zu, als bei der Frage, ob überhaupt eine Hundehaltung zulässig sei. Der Vermieter habe aus nachvollziehbaren Gründen die Genehmigung zur weiteren Hundehaltung verweigert. Mit der Haltung mehrerer Hunde gehe eine größere Belastung von Wohnung, Haus und unmittelbarer Umgebung einher. Zudem sei die Wohnungsgröße von 50 qm zu berücksichtigen. Die Mieterin habe die Erlaubnis zur Haltung eines Hundes. Sie könne daher erneut einen Hund halten, sollte der erste Hund versterben.

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